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Der Aufstieg von Edgework

Wenn du in der Heels-Welt unterwegs bist oder regelmäßig auf Social Media unterwegs bist, ist es dir wahrscheinlich schon aufgefallen: Edgework wird immer mehr zum Trend.

Plötzlich scheint es überall zu sein. Es wird über Edgework-Kurse, Edgework-Transitions, Edgework-Kombinationen und die typische Edgework-Ästhetik gesprochen. Videos legen den Fokus auf Knöchellinien, Heel Drags, unterschiedliche Texturen und winzige Details, die das gesamte Bewegungsgefühl verändern.

Und das hat einen guten Grund.

Die Details, die Stil entstehen lassen

Im Kern geht es beim Edgework darum, die Kanten der Platform-Heels bewusst zu nutzen und eine größere Vielfalt an Knöchelpositionen und Bewegungswegen zu erkunden. Anstatt ausschließlich mit sauber gestreckten Fußspitzen zu arbeiten, spielt Edgework mit geflexten Füßen, Sickle- und Wing-Positionen, Gewichtsverlagerungen sowie mit Ziehen, Gleiten und Abrollen über den Schuh.

Genau diese Details verleihen einer Bewegung Struktur, Ästhetik und Atmosphäre. Sie verändern nicht nur, wie sich eine Bewegung anfühlt, sondern auch, wie sie wahrgenommen wird. Zwei Tänzer können dieselbe Kombination tanzen – und trotzdem kann Edgework die gesamte Ausstrahlung komplett verändern.

Das ist einer der Gründe, warum sich derzeit so viele Tänzer dafür begeistern: Edgework eröffnet mehr Raum für Individualität, persönlichen Stil und Ausdruck.

Woher kommt Edgework?

Ein großer Teil des modernen Edgeworks entwickelte sich parallel zur Weiterentwicklung von Heels Flow, Low Flow und Floorwork innerhalb der Pole-Community. Vor allem Tänzer und Trainer begannen, mit ungewöhnlicheren Bewegungswegen und neuen Bewegungsqualitäten zu experimentieren.

Viele lassen sich außerdem von anderen Tanz- und Bewegungsformen inspirieren – beispielsweise aus dem Contemporary Dance oder den Bewegungen aus dem Stripclub. Die moderne Pole-Welt entwickelt sich ständig weiter, und Edgework ist ein Teil dieser Entwicklung.

Es sieht mühelos aus – ist es aber nicht

Was häufig unterschätzt wird: Edgework erfordert erstaunlich viel Kraft und Kontrolle. Gutes Edgework bedeutet nicht einfach, die Füße ein wenig zu bewegen.

Es verlangt unter anderem:

  • Kraft in den Sprunggelenken
  • gutes Gleichgewicht
  • kontrollierte Gewichtsverlagerungen
  • ein bewusstes Gefühl für die gesamte Plattform des Schuhs
  • Stabilität in Beinen und Körpermitte

Und ja – viele Bewegungen funktionieren nur dann sauber, wenn du dein eigenes Körpergewicht kontrolliert anheben und führen kannst.

Die gute Nachricht ist jedoch: Du musst nicht sofort mit komplexen Edgework-Kombinationen beginnen, um diese Fähigkeiten zu entwickeln.

Die Grundlagen sind bereits ein Teil von Edgework

Viele Grundlagen, die für Edgework wichtig sind, trainieren Pole-Dancer ohnehin bereits im normalen Heels-Unterricht: den gesamten Schuh bewusst zu nutzen, Gewichtsverlagerungen zu verstehen, die Sprunggelenke zu kräftigen, zwischen Flex, Point, Sickle und Wing zu wechseln sowie Bewegungen bewusst zu verlangsamen und kontrolliert auszuführen.

Mit anderen Worten: Wer starke Basics entwickelt, legt gleichzeitig die Grundlage für gutes Edgework.

Und genau dieser Teil wird oft unterschätzt. Weil Edgework gerade so präsent ist, möchten viele möglichst schnell die auffälligen und spektakulären Details lernen. Doch ohne ein solides Fundament wirken Bewegungen häufig instabil, erzwungen oder werden sogar unsicher.

Gerade die kleinen Dinge machen den Unterschied.

Du musst nicht jedem Trend folgen

Und damit kommen wir zum vielleicht wichtigsten Punkt: Nur weil etwas gerade im Trend liegt, bedeutet das nicht, dass du es übernehmen musst.

Manche Menschen lieben Edgework. Andere begeistern sich für dynamische Tricks. Wieder andere fühlen sich im Old-School-Flow zu Hause. Manche tanzen am liebsten in Heels, andere möchten überhaupt keine High Heels tragen.

Und all das ist vollkommen in Ordnung.

Das Ziel ist nicht, die „richtige“ Art von Pole-Dancer zu werden. Das Ziel ist herauszufinden, was sich für dich wirklich gut und authentisch anfühlt.

Genau deshalb sind starke Grundlagen so wichtig: Sie geben dir Möglichkeiten. Je besser deine Basics sind, desto mehr Freiheit hast du später zu entscheiden, welcher Stil dir gefällt, wie du dich bewegen möchtest, welche Ästhetik dich anspricht und welche Art von Pole-Dancer du sein möchtest.

Denn am Ende geht es beim Pole Dance nicht darum, jedem Trend hinterherzulaufen, der online auftaucht. Es geht darum, deine eigene Bewegung, deinen eigenen Ausdruck und deinen eigenen Stil zu finden.

Und wenn Edgework ein Teil dieser Reise für dich wird – umso schöner.

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